Zecken
Die Zecke: Klein aber Oho!
Wahre Überlebenskünstler
Mal wieder auf Diät? Für Zecken kein Problem, denn Zecken können nach einer Aufnahme von Blut nahezu 9 bis 10 Jahre ohne jegliche weitere Nahrungsaufnahme überleben. Dies ergaben Laboruntersuchungen. In der freien Wildbahn erlangen Zecken solch ein Alter jedoch höchst selten. Sie werden durchschnittlich 3 - 4,5 Jahre alt. Ist der Tisch in der wärmeren Saison eines Jahres mehr als gut gedeckt, saugt eine Zecke sogar mehr Blut als eine normale Stechmücke. Schließlich kann das Spinnentier seine Körpergröße auf das 200-fache ausdehen, was der Mücke nunmal nicht vergönnt ist. Oft hängen sich die kleinen Blautsauger bis zu 14 Tage an ihren Blutspender. Später lassen sie sich dann einfach undankbar herunter fallen.
Übermäßige Population ab Frühjahr 2010
Experten warnen vor einer übermäßigen Zeckenpopulation, denn der harte, dauerkalte Winter hat den Zecken gerade eine gute Überlebungschanche unbeschadet über den Winter zu kommen garantiert. Unter den dicken Schneedecken konnten sie sich gut isoliert vor der Kälte im Verborgenen halten. Jetzt im Frühjahr wachsen deshalb die Nachkommenszahlen explosionsartig, denn viel mehr Spinnentiere als sonst haben den Winter überlebt.
Deshalb sollten Sie besonders vor Wald- und Wiesenspaziergängen auf folgendes achten:
Vor dem Spaziergang:
- Zecken sind hauptsächlich auf dem Boden an schattigen, nasskalten Stellen anzufinden. Deshalb gelangen sie von Sträuchern und Gräsern über unsere Schuhe und Beine auf unseren Körper. Helle bis weiße Bekleidung ist daher sinnvoll, denn auf der hellen Kleidung kann man Zecken am besten erkennen und entfernen. Ziehen Sie auch im Sommer lange Hosen an. Kniestrümpfe oder Stulpen am besten über die Hosenbeine ziehen, damit die kleinen Spinnentiere keine Chance haben an freie Körperstellen zu gelangen.
Nach dem Spaziergang:
- Suchen Sie zunächst Ihre Kleidung und dann Ihren Körper konzentriert und pingelich genau nach Zecken ab. Auch noch so klein erscheinende Flecken oder Punkte könnten Zecken sein. Besonders an warmen und feuchten Stellen des Körpers sind sie zu finden, denn da fühlen sie sich besonders wohl. Daher geben Sie besonders Acht auf Hautfalten, an den Innenseiten der Ellenbögen und an den Kniekehlen, unter den Achseln, am Hals und auch im After- und Intimbereich.
Bei Zeckenfund:
- Haben Sie eine Zecke entdeckt, greifen Sie am besten zu einer handelsüblichen Pinxette. Und setzen diese dicht an der Haut und den Kopf der Zecke an. Vorsichtig hebeln und ziehen sie die Zecke heraus. Bitte versuchen Sie sie nicht herauszudrehen, da Zeckentiere an ihrem Saugorgan kleine Widerhaken besitzen, welche verletzt werden könnten und die Gefahr einer Infektion erhöhen können. Auch sollte die Zecke nicht gequetscht werden, denn auch in dieser Situation würde sie Erreger in die menschliche Blutbahn abgeben.
Was tun mit der Zecke?:
- Hat sich bereits um die Einstichstelle eine rote Hautverfärbung gebildet, sollte man die Zecke auf jeden Fall in ein kleines, verschließbares Gefäß (z. B. eine kleine Dose) setzen, um sie unbeschadet zum Arzt bringen zu können. Denn dieser kann die Zecke in einem Labor auf Krankheitserreger untersuchen lassen. Aber auch ohne, kurzfristigen Befund sollte man die Zecke aufbewahren, um später einen genauen Befund genieren zu können.
Kann man sich gegen die Erreger der Zecke impfen lassen?
- Hauptsächlich übertragen Zecken zwei Krankheiten: die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Die Inkubationszeit für die Borreliose beträgt ca. bis zu fünf Wochen. Bei der FSME ist die Inkubationszeit jedoch deutlich kürzer. Sie liegt bei ca. einer Woche. Während man die Frühsommer-Meningoenzephalitis mit Antibiotiose behandeln kann, gibt es für die Borreliose keine Behandlungsmethode. Deshalb ist es ratsam, die Impfung gegen die FSME durchführen zu lassen. Die Borreliose kann man zwar behandeln doch gibt es gegen die Erreger (Borrelia burgdorferi) keine Impfmöglichkeiten. In Deutschland wird die Borreliose jedoch immer noch häufiger von Zecken auf den Menschen übertragen als die FSME.