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Übergewichtige Ungeborene - eine unterschätzte Gefahr?

Das Institut für Perinatale Auxologie am Klinikum Südstadt in Rostock kann mit seinen Zahlen belegen, dass es fast schon "zur Gewohnheit" geworden zu sein scheint, dass Babies mit "Übergewicht" zur Welt kommen. So sagt Manfred Voigt (Rostocker Institut für Perinatale Auxologie), "Der Anteil der Neugeborenen, die mehr als 4000 Gramm wiegen, nimmt seit Jahren zu, er beträgt im Moment etwa zwölf Prozent." Zum Vergleich: das Normgewicht von Babies zur Zeit der Geburt liegt bei 3500 Gramm. Und auch die Techniker Krankenkasse kann mit Ihren Statistiken der Jahre 2004 bis 2007 einen klaren Trend in die Höhe aufzeigen: So ist die Quote von zu schweren Neugeborenen über 4500 Gramm von 72 auf 117 je 10 000 Neugeborener angestiegen.

Doch dies ist kein deutsches Problem allein. In den USA oder in Großbritannien hat man mit dem gleichen Phänomen zu kämpfen wie hier. Denn das Übergewicht bringt eine Reihe von Nachteilen mit sich:

- Der Geburtsverlauf an sich kann durch das überdurchschnittliche Gewicht und die Größe erschwert werden, da der Geburtskanal nur für eine bestimmte minimale Größe ausgelegt ist. Generell werden bei Ungeborenen über 4000 Gramm Geburtsrisiken miteingerechnet. Viele entscheiden sich deshalb schon vor der natürlichen Geburt für einen Kaiserschnitt. Denn während der Geburt verletzen sich Mutter und Kind häufiger und es kann sogar eine Unterversorgung des Ungeborenen mit Sauerstoff auftreten, die natürlich vermieden werden sollte.

- Die langfristigen Folgen für das Kind sind jedoch noch viel größere Gefahren, als die während der Geburt. So führten mehrere Studien zu dem Ergebnis, dass zum Zeitpunkt der Geburt übergewichtige Kinder im späteren Leben häufiger an Asthma, Depressionen, Blasen- und Brustkrebs und sogar an Hirntumoren erkrankten als andere.

So sollte bereits einige Jahre vor einem Schwangerschaftswunsch auf eine gute Ernährung geachtet werden. Denn übergewichtige Mütter leiden häufiger während der Schwangerschaft an Diabetes, welches zu einem Übergewicht des Babies führen kann. Das Blut der Mutter ist während der Schwangerschaftsdiabetes voll mit Zucker, was das ungeborene Kind natürlich alles in sich aufnimmt, da es Energie für die Entwicklung benötigt. Doch jetzt erhält es zu viel Energie und wird übergewichtig, da es den Zucker in veränderter Form in seinen Organen speichert. Solche Kinder wachsen augenscheinlich schneller als andere, doch die Entwicklung bleibt oberflächlich, so dass sie unreif und eine nötige Leistungsfähigkeit oftmals nicht erreichen werden.

 

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