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Hebammen in der Krise?!

Am Mittwoch, den 05.05.2010 war der Internationale Tag der Hebammen. Anstatt den Tag, sich selbst und ihre wertvolle Arbeit zu feiern, gingen bundesweit tausende Hebammen, Mütter und ihre Kinder unter dem Motto "Die Welt braucht Hebammen, heute mehr denn je" auf die Straßen. Sie protestierten gegen die zum 01.07.2010 geplante und massive Heraufsetzung der Haftpflichtbeiträge und die schlechte Vergütungslage. Die Hebammen befürchten, dass sich somit zukünftig die reine Geburtshilfe nicht mehr lohnen wird und Deutschland in Folge dessen, den Familien keine ausreichende Betreuung besonders während und nach der Geburt gewährleisten kann. Laut des Deutschen Hebammenverbandes hätten bereits in den vergangenen zwei Jahren rund 10 % der Hebammen der Geburtshilfe und der Nachsorge den Rücken gekehrt. Dies ist ihnen nicht zu verdenken, denn eine Hebamme verdient durchschnittlich 7,50 € netto pro Arbeitsstunde. In einem Jahr ist das real zu versteuernde Einkommen laut der E-Petition1 des Deutschen Hebammenverbandes durchschnittlich 14.150,00 € leicht. Man wundert sich ebenso, wenn man sich die Vergütung für die Geburtsbetreuung ansieht: Brutto erhalten Hebammen für eine Geburt im Krankenhaus 224,40 €. Für eine Geburt, welche im Geburtshaus stattfindet erhalten sie 367,20 €. Eine Hausgeburt wir dabei mit 448,80 € vergütet. Zusätzlich soll nun die Haftpflichtprämie pro Jahr  von 1992 bis 2009 von 179 €, über die Änderung im Jahre 2009 auf  2.370,00 € bis hin zur geplanten Änderung ab 01.07.2010 auf 3.689,00 € jährlich steigen.

Aus diesem Grund startete der Deutsche Hebammenverband eine E-Petition unter der Pet-ID Nr. 11400. In insgesamt drei Wochen müssen so insgesamt 50.000 Unterschriften gesammelt werden, damit der Deutsche Petitionsausschuss sich mit dem Anliegen der Hebammen und damit aller deutschen Familien widmet.2

Möchten Sie sich auch der Petition anschließen? So finden Sie alle weiteren Informationen auf der Website des Deutschen Hebammenverbandes. Das Storchenfeder-Team wünscht dem Deutschen Hebammenverband alles Gute und hofft, dass eine aussagekräftige Menge an Unterschriften dazu führen werden, dass sich die Bundesregierung diesem wichtigen Thema annimmt.

 

1 Petition: Eine Petition kann ein Ersuch oder eine Beschwerde an eine Behörde sein, z. B. ein Gesetz zu ändern. Hierfür müssen genügend Unterschriften aus der Bevölkerung gesammtelt werden, damit diese von der zuständigen Stelle bearbeitet wird. In Deutschland ist dies der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages. Jeder Bürger in der EU hat spätestens mit dem Inkraftreten des Maastricht-Vertrages vom 01.11.1993 das Recht als so genannter Petent eine Petition einzureichen. In Deutschland ist dieses Recht in den demokratischen Grundrechten verankert. Eine E-Petition kann online auf der Seite des Deutschen Petitionsausschusses durchgeführt werden und erreicht somit in kürzester Zeit mehr Menschen der Interessengemeinschaften.
2 Alle Angaben ohne Gewähr.

 

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