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Ein Essay: Stress - heute ganz normal für kleine Leute?!

Wie viel Stress können wir heutzutage unseren Kindern schon früh zumuten? Eigentlich sollten sie doch in den ersten Schuljahren Freude am Lernen entwickeln und sich dies für das gesamte Leben erhalten.

Doch leider sieht die Realität anders aus. Der Leistungsdruck fängt für die Lütten spätestens in der dritten Klasse an, sind doch die Noten in diversen Bundesländern ausschlaggebend für die Versetzung in die jeweilige Schulform. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel, sind es die Lehrer, die eine verbindliche Empfehlung abgeben, wohin die Kinder versetzt werden. Thüringen, Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg gehen dagegen über den Notendurchschnitt in die Entscheidung. In allen anderen Bundesländern können immer noch die Eltern selbst entscheiden, auf welche weiterführende Schule ihr Kind gehen soll. Und trotzdem, die Hauptschule wird stetig zu einem Tabu und das Gymnasium zur Pflichtschulform, um im Leben noch etwas "vernünftiges" zu werden.

Der Druck ist oft so hoch, dass Bauchschmerzen und Kopfschmerzen vor wichtigen Prüfungen bei vielen Kindern bereits Standard sind. Viele Eltern wollen Ihren Kindern Linderung verschaffen und geben ihnen beruhigende Medikamte. Kinderärzte berichten, dass viele Kinder, welche bereits schon auf den weiterführenden Schulen sind, sogar darum bitten würden, auch bei akuten Krankheiten nicht krank geschrieben zu werden, um in der Schule noch mitzukommen.

Sie lernen schon früh immer das Beste geben zu müssen, weil sich dies sonst nachteilig für ihre Zukunft bzw. ihr ganzes Leben auswirken könnte. Dass in so einer Situation gute Leistungen nicht immer an der Tagesordnung sein können, ist hier schon fast vorprogrammiert. Wenn dann noch eine nicht so gute Notenphase hagelt, dann kann dies zu einer dauerhaften Frustration führen. Wenn dann nur noch das Leben vom Lernen und der nächsten Prüfung bestimmt wird, brauchen Kinder lange, um sich von so einer ersten Lebenskrise zu erholen. Nicht selten stellen sich depressive Phasen ein. Man sollte ihnen als Eltern stets den Rücken stärken und ihnen klar machen, dass das, was sie im Leben zu leisten fähig sind, nicht unbedingt von jeder einzelnen Schulnote abhängt. Auch beim Üben ist die elterliche Unterstützung immer hilfreich, wenn man dem Kind Fehler eingestehen kann und ihnen mit Ruhe und Geduld entgegen tritt. Ihnen Vertrauen in Ihre eigene Person zu geben, gerade, wenn es mal nicht so klappt, ist für Kinder eine wichtige Größe. Es schenkt ihnen Geborgenheit und Selbstvertrauen, weil ja schließlich auch die eigenen Eltern an sie glauben.

Kinder sind nicht immer gleich in ihrem Entwicklungsfortschritt und können sich später noch entwickeln. Man sollte deshalb nicht auf sie böse sein oder die Geduld verlieren, wenn sie etwas hinterher hinken.

Trotzdem sollten wir uns überlegen, ob wir diesen Leistungsdruck für unsere Kinder wollen? Schließlich unterstützt anhaltender Druck nicht gerade die Leistungsbereitschaft und -fähigkeit. Warum müssen wir das Risiko in Kauf nehmen, dass sie bereits vor ihrer Ausbildung oder dem Berufsantritt ausgebrannt sind? Warum müssen wir Ihnen in der Schule schon Konkurrenzverhalten beibringen und nicht die solidarische Zusammenarbeit?

 

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