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Vergiftungsgefahr im Alltag

Was ist zu bedenken?

Vergiftungen - es kann schnell passieren

Als Erwachsene nehmen wir oft gar nicht so sehr wahr, wie schnell sich ein, für uns augenscheinlich ungefährlicher Gebrauchs- oder Einrichtungsgegenstand zu einem gefährlichen Spielzeug unserer Kinder entwickeln kann. In den ersten Lebensjahren sind die Kleinen nicht in der Lage die Folge ihres Handelns abzusehen oder die Gefahr zu begreifen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass gerade die Gruppe der Kinder in einem Alter von zehn Monaten bis circa fünf Jahren rund 90 Prozent der Vergiftungsunfälle ausmachen. Doch selbst über diese Altersgrenze hinaus sollte man seinen Kindern den Zugang zu toxischen Mitteln erschweren. Deshalb ist es von Vorteil, sich spätestens nach der Geburt Gedanken über die Kindersicherheit in Sachen Vergiftung in seinem Wohnumfeld zu machen. Denn manchmal müssen erst noch die Voraussetzung für die Prävention, zum Beispiel im Bereich der Einrichtung, geschaffen werden.

Pflanzen

Pflanzen verschönern unsere Gärten und Wohnräume und geben uns ein fröhliches Lebensgefühl. Nicht alle Pflanzen sind giftig, doch möchten wir Ihnen eine kleine Übersicht über die gängigsten, giftigen Wohnzimmerpflanzen verschaffen. Diese sollten Sie, gerade während der Entdeckerphase Ihrer Kinder, in ausreichender Höhe, das heißt außerhalb der Reichweite von Kinderhänden unterbringen, um ein "Probieren" der Pflanze zu unterbinden.

Bezeichnung der Pflanze
Welche Bestandteile sind giftig?1 Giftigkeitsgrad1 Vergiftungserscheinungen1
Alpenveilchen Alle Pflanzenteile, besonders die Knolle giftig Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Magenschmerzen
Amaryllis/Ritterstern Alle Pflanzenteile, Saft, besonders die Knolle stark giftig Hautreizungen, Erbrechen, Übelkeit, Abwesenheit, vermehrter Speichelfluss, Durchfall, Schwitzanfälle
Prachtlilie Alle Pflanzenteile äußerst giftig - Vergiftung kann zum Tod führen Reizungen der Mundschleimhäute, Schluckbeschwerden, Magen- und Darmschmerzen, blutig starker Durchfall, Arme und Beine werden nicht mehr gut durchblutet, Herzkreislaufkolaps
Wüstenrose Alle Pflanzenteile stark giftig Herzkreislaufbeschwerden, Erbrechen und Übelkeit, bei starker Vergiftung: Herzstillstand
Roter Fingerhut Alle Pflanzenteile stark giftig - Vergiftung kann zum Tod führen tagelanges Erbrechen und Übelkeit, drastisches Herabsetzen der Pulsfrequenz (je nach Vergiftungsgrad), kann zu Herzrythmusstörungen und zum Herstillstand führen
Kroton (Wolfsmilchgewächs) Pflanzensaft giftig Durchfall und Darmkrämpfe, Erbrechen, Übelkeit, Reizungen der Mundschleimhäute, allergische Hautreaktionen
Purpurtute Pflanzensaft giftig Reizung der Mundschleimhäute, Lippen erfahren eine Umfangsvermehrung, Durchfall und Übelkeit, bei hohem Vergiftungsgrad, können innere Blutungen und Krämpfe im ganzen Körper auftreten
Philodendron Alle Pflanzenteile giftig äußerlich: Hautausschläge und -reizungen; innerlich: Magen- und Darmbeschwerden, Durchfall, Nervosität
Madagaskarpalme Alle Pflanzenteile giftig Reizung der Nieren und der Blase, Durchfall, bei hohen Dosen kann die Atmung aussetzen oder starkes Fieber auftreten

Giftige Flüssigkeiten

Hierzu zählen nicht nur Reinigungsmittel, Waschmittel (Kleidung, Haare), Seifen, Essigsorten, scharfe Soßen oder Pasten (Chilisoße, Wasabipaste), Alkohole (Spiritus, Spirtituosen), Benzin oder Farben. Egal ob in der Küche, im Hauswirtschaftsraum, im Keller oder in der Garage giftige Flüssigkeiten sollten für Kinder generell nicht zugänglich sein. Eine spezielle Kindersicherung für Türen und Schubladen kann Abhilfe schaffen. Diese wird meist zwischen Tür und Halterung angebracht, so dass man die Türen nur einen kleinen Spalt öffnen kann. Um die so gesicherten Türen ganz öffnen zu können, muss man wissen, wie man die Kindersicherung auflöst. Hier gibt es verschiedene Anbieter und Lösungen. Wichtig ist auch, dass Sie niemals giftige Flüssigkeiten in harmlos aussehende Wasser- oder Limonadenflaschen füllen. Ein Kind trinkt meist schneller aus der Flasche, bevor es merkt, dass der Inhalt ihm schaden könnte.

Medikamente und Supplemente

Alle Arzneimittel jeglicher Art, seien es Tabletten, Säfte oder Vitaminpräparate, sollten vor einen Zugriff von Kindern geschützt werden, da diese meist an Süßigkeiten oder Limonaden erinnnern. Am besten sind hier zu verschließende Hängeschränke, welche hoch an der Wand angebracht werden können, wo keine Kinderhand hinreichen kann.

Mama, Papa und die Großeltern können ebenfalls etwas tun, in dem sie Medikamente nicht im Beisein der Kinder zu sich nehmen. Kinder äffen gern den Größeren nach ohne den Grund ihres Handels zu kennen oder zu hinterfragen. Hier liegt die Gefahr. Gehen Sie am besten kurz in einen anderen Raum und nehmen Sie die Medikamente dort ein.

Was ist zu tun bei Vergiftungen?

Im ersten Moment ist es sehr wichtig Ruhe zu bewahren, auch wenn dies nicht ganz einfach ist. Nur so können Sie jedoch dem Betroffenen helfen. Als nächstes sollten Sie den Mund nach Rückständen untersuchen und diese für die Behandlung aufheben. Dann geben Sie dem Betroffenen am Besten Wasser oder verdünnten Saft zu trinken, damit die Substanzen im Bauch verdünnt werden und nicht mehr so stark vergiftend wirken. Auf keinen Fall dürfen Sie ihm Milch zu trinken geben. Milch beschleunigt die Aufnahme der giftigen Substanzen im Darm und kann so die Vergiftungsauswirkungen ausweiten. Fragen Sie nach den Substanzen, welche geschluckt wurden. Nehmen Sie ausreichend Proben dieser Substanzen auf (je nach Gefährlichkeit in einer Tüte oder einem Glas). Am Besten ist es jedoch, wenn Sie ebenfalls noch die Verpackung mit den genauen Inhaltsstoffen sicherstellen können, um den Ärzten oder Beratungsstellen genaue Angaben machen zu können. Außerdem ist es hilfreich, wenn Sie den Ärzten genau angeben können, wie alt der Betroffene ist, wie der Allgemeinzustand ist, wie viel er wiegt und wann er wie viel von der giftigen Substanz zu sich genommen hat.

In unserem Storchenfeder-Bereich Verletzungsgefahr im Haushalt finden Sie weitere interessante Informationen zum Thema.

Wichtige Notfallnummern in Deutschland

Feuerwehr und Notarzt 112 - ohne Vorwahl aus dem deutschen Festnetz
Bundesweite Rettungsleitstelle 19222 - ohne Vorwahl aus dem deutschen Festnetz
Polizei 110 - ohne Vorwahl aus dem deutschen Festnetz

Giftinformationszentren in Deutschland

Anschrift Kontakt2

Berlin

Giftnotruf Berlin und klinische Toxikologie, Oranienburger Str. 285, 13437 Berlin

Tel: +49 (0)30/ 19240

Fax: +49 (0)30/ 30686721

E-Mail@giftnotruf.de

www.giftnotruf.de

Bonn

Universitätsklinikum Bonn, Informationszentrale gegen Vergiftungen, Zentrum für Kinderheilkunde, Adenauerallee 119, 53113 Bonn

Tel: +49 (0)228/ 19240

Fax: +49 (0)228/ 2873314

GIZBN@ukb.uni-bonn.de

www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale

Erfurt

Gemeinsames Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Nordhäuser Str. 74, 99089 Erfurt

Tel: +49 (0)361/ 730730

Fax: +49 (0)361/ 7307317

info@ggiz-erfurt.de

www.ggiz-erfurt.de

Freiburg

Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Vergiftungs-Informations-Zentrale, Mathildenstr. 1, 79106 Freiburg

Tel: +49 (0)761/ 19240

Fax: +49 (0)761/ 2704457

giftinfo@kikli.ukl.uni-freiburg.de

www.giftberatung.de

Göttingen

Giftinformationszentrum Nord der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein (GIZ Nord), Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen

Tel: +49 (0)551/ 383180

Fax: +49 (0)551/ 3831881

giznord@giz-nord.de

www.giz-nord.de

Homburg

Informations- und Behandlungszentrum für Vergiftungen des Saarlandes, Klinik für Kinder und Jugendmedizin, Kirrberger Straße, Gebäude 9, 66421 Homburg/Saar

Tel: +49 (0)6841/ 19240

Tel: +49 (0)6841/ 1628314

Fax: +49 (0)6841/ 1628438

kigift@uniklinikum-saarland.de

www.uniklinikum-saarland.de

Mainz

Klinische Toxikologie und Beratungsstelle bei Vergiftungen der Länder Rheinland-Pfalz und Hessen, Universitätsklinikum, Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz

Tel: +49 (0)6131/ 19240

Tel: +49 (0)6131/ 232466

Fax: +49 (0)6131/ 232469

Fax: +49 (0)6131/ 232468

giftinfo@giftinfo.uni-mainz.de

www.giftinfo.uni-mainz.de

München

Giftnotruf München, Toxikologische Abteilung der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik, rechts der Isar der Technischen Universität München, Ismaininger Str. 22, 81675 München

Tel: +49 (0)89/ 19240

Fax: +49 (0)89/ 41402467

tox@irz.tum.de

www.toxinfo.org

 

1 Diese Angaben ersetzen nicht die Rücksprache mit dem Arzt bzw. Notarzt. Alle Angaben ohne Gewähr.
2 Alle Kontaktangaben ohne Gewähr unter Beachtung etwaiger Änderungen der Zentren.

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