Kinder und Hunde: Ein Dreamteam nur unter Beaufsichtigung
Die amerikanische Universität von Colorado hat die Häufigkeit von Hundebissen bei Kindern untersucht. Das Ergebnis ist, dass hauptsächlich unbeaufsichtigte Kinder (klein und groß) eine besonders große Chanche hätten von einem Hund gebissen zu werden.
Die Auslöser:
Provokation durch die Kleinkinder und Kids ist bei mehr als die Hälfte der untersuchten Fälle die Hauptursache für einen Hundebiss. Doch bedeutet "Provokation" für einen Hund etwas anderes als bei uns Menschen.
So kann eine lieb gemeinte, aber zu feste Umarmung den Hund bedrängen und ihm signalisieren, dass er vom Gegenüber, wie bei einem Gerangel unter Hunden, fixiert wird. Logisch ist für ihn sich aus dieser Situation zu befreien - auch mitunter mit einem Biss, was anderen Hunden auf Grund Ihres Fells in der Regel nichts ausmacht.
Auch unkontrollierte Bewegungen, zum Beispiel eines Kleinkindes, kann einen Hund irritieren oder sogar zum Spiel auffordern. Er wird versuchen, den Bewegungen zu folgen und nach Jagdspiel-Manier, nach dem sich bewegenden Teil schnappen wollen. Es liegt in der Natur der Sache, dass Hunde eben anders kommunizieren als Menschen. Kinder sind erst später in der Lage die Körpersprache der Hunde richtig zu deuten, einzuschätzen und vor allem ihren Gemütszustand zu akzeptieren. So werden Signale falsch interpretiert oder überhaupt nicht wahrgenommen. So ist es nicht verwunderlich, dass ein weitaus großer Teil der Bisse bei Familienhunden auftritt.
Die Untersuchungen zeigten auch, dass Hunde, welche schon einmal zugebissen haben, zum wiederholten Male zubeißen. So sei es nach einem Biss zwingend notwendig den Hund und das Kind räumlich voneinander zu trennen, da der Hund das Kind nun als unterrangig ansieht.
Nicht schön, aber wahr:
Übrigens gehört es zur Erziehungsmethode von erwachsenen Hunden dazu Junghunde mit einem Biss in gewissen Situationen ihre Grenzen aufzuzeigen. Es ist also in den meisten Fällen, nicht die Schuld des Hundes, welcher sich völlig natürlich verhalten hat, sondern der Eltern des Kindes, welche ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.
Wie kann eine gefährliche Situation verhindert werden?:
- Kinder niemals ohne erwachsene Aufsicht lassen: Hunde sollten, wie andere Tiere ebenfalls, niemals unbeaufsichtigt mit Kindern sein. Das Risiko ist zu groß, dass es zu Blässuren oder zu Bissen kommen kann. Unter Beaufsichtigung eines Erwachsenen kann schnell genug eingegriffen werden. Und zwar bevor etwas passieren kann.
- Kommt es auf die Hundegröße oder die Hundeerziehung an?: Nein. Jeder noch so kleine Hund, sei er normalerweise noch so lieb, reagiert instinktiv und kann potentiell auch zu einem Beißer werden. Die Größe ist hierbei in keinster Weise entscheidend. Gute Hundeerziehung ist wichtig, da man mit gezielten Kommandos das Handeln des Hundes abbrechen und ihn aus der Situation manövrieren kann.
- Kinder niemals am Boden spielen lassen: Auch sollte bei Hunden ein Kind nicht einfach außerhalb der Reichweite von Erwachsenen auf dem Boden spielen. Gerade Babies erscheinen oft als ein tolles "Spielzeug".
- Reicht als Abstandsbegrenzung ein Laufstall aus?: Nein, denn Schnauzen passen meist auch durch die Abstände der Gitterstäbe.
- Hunde sollten bereits früh an Kinder heran geführt werden: Bereits im Welpenalter sollten sie nur ausschließlich gute und schöne Erfahrungen mit Kindern gemacht haben. Auch Baby-Geschrei sollten sie kennen lernen und als völlig harmlos sehen dürfen.
Wenn sich ein Baby ankündigt, kann man auch öfter mal eine Aufnahme von Babygeschrei abspielen, so dass sich der Hund daran gewöhnen kann. Denn auch Geschrei kann Stress für den Hund bedeuten.
Ist das Baby geboren, macht es Sinn volle Windeln und getragene Kleidung mit nach Haus zu nehmen und den Hund daran riechen zu lassen. So kann er sich bereits an den Geruch des Kleinen gewöhnen.
Weitere, wissenswerte Informationen zum Thema "Gefahren im Haushalt für Kinder" können Sie in unseren Storchenfeder-Bereichen Verletzungsgefahr im Haushalt und Vergiftungsgefahr im Alltag nachlesen.