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Stillen und Ernährung

Was sollte ich zu mir nehmen?

In der Stillzeit, benötigt eine Frau rund 3000 Kilokalorien (kcal) pro Tag. Davon benötigt der weibliche Körper ca. 650 - 800 kcal am Tag um Milch herstellen zu können.1

Was essen in der Zeit des Stillens?

Dies ist die meist gestellte Frage bei schwangeren oder stillenden Frauen.

Doch können wir Sie beruhigen. Frauen müssen nicht unbedingt auf bestimmte Lebensmittel verzichten. Ihr Kind soll schließlich mit allen Nährstoffen versorgt werden, die es benötigt. Reagiert Ihr Baby bei bestimmten Lebensmitteln allerdings mit Hautausschlag, Blähungen oder Wundsein, ist es ratsam, wenn Sie einfach diese Lebensmittel rund eine Woche von Ihrem Speiseplan verbannen. Nur dann können Sie feststellen, ob Ihr Kind auch auf diese Nahrungsmittel reagiert. Tritt eine Verbesserung des Zustandes ein, können Sie die Lebensmittel, welche Sie in dieser Zeit gegessen haben, ohne weitere Bedenken weiter zu sich nehmen. Ist das Gegenteil der Fall, entfernen Sie diese Lebensmittel lieber bis nach dem Stillen aus Ihrem Speiseplan.

Wie viel Flüssigkeit sollte man während des Stillens trinken?

Etwa 2 - 3 Liter Flüssigkeit sollten es pro Tag schon sein.1 Achten Sie auf Ihr Durstgefühl und trinken Sie regelmäßig. Keine Angst, wer gewöhnlich nur ein vereinzelt auftretendes Durstgefühl verspürt, kann auch mit einfachen Tricks auf die tägliche Flüssigkeitsmenge kommen. Suppen, Fruchtsäfte oder Fruchtsaftschorlen schmecken nicht nur lecker, sondern versorgen Ihren Körper mit der nötigen Flüssigkeit, die er zur Milchproduktion benötigt. Probieren Sie einfach mal wieder neue Rezepte aus und genießen Sie die Abwechslung. Man kann sich außerdem das Mehr-Trinken antrainieren, in dem man in jedem Raum stets ein volles Glas parat stehen hat - jedes dieser Gläser soll Sie stets an das Trinken erinnern und zu einem Schluck einladen.

Grundsätzlich sollten Sie die Flüssigkeitsmenge nicht überschreiten, da dies sogar die Milchbildung eher hemmen würde.

Teilweise kann sogar das Hormon, welches für die Ausgabe der Milch aus den Drüsen verantwortlich ist gehemmt werden, das heißt, dass die Milchfreisetzung behindert oder sogar ganz verzögert werden könnte. Das Baby versucht vergebens durch Nuckeln und Saugen an die Milch in der Brust der Mutter zu gelangen.

Unser Tipp: Beim Stillen stellt sich normalerweise bei jeder Mutter ein Durstgefühl ein. Bereiten Sie sich ein Glas oder eine Tasse mit Ihrem Lieblings-Still-Getränk vor, damit auch Sie Ihren Durst löschen können.

Getränke, die wir Ihnen wärmsten empfehlen können:

Es gibt jedoch Lebensmittel, welche die Milchproduktion hemmen können. Hier finden Sie einige Beispiele dafür:

Kräuter

Kräuter wie Pfefferminz, Thymian, Schafsgabe, Petersilie oder Salbei können die Milchproduktion hemmen.

Tee

Bei Tees ist darauf zu achten, dass es keine appetithemmenden Sorten sind. Da sich in der Muttermilch fast alle Nährstoffe auflösen und das Kind somit auch all diese Stoffe aufnimmt, kann es bei dem Baby zu einem gezügelten Essensverhalten kommen. Das Baby verweigert die Milchaufnahme. Ein bekanntes Beispiel ist hier der Matetee. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie einfach Ihren Frauenarzt oder Ihren Apotheker in der Nähe. Von reizmildernden Aufgüssen, wie Salbei- oder Hibiskus-Tee ist abzuraten.

Kaffee

Kaffee enthält Koffein. Bekanntermaßen wirkt es bei uns Erwachsenen als Wachmacher. In größeren Mengen lässt es aber Kinder unruhig werden. Rund 15 Minuten nach dem Kaffeegenuss gelangt das Koffein in die Muttermilch. Deshalb sollten Sie Kaffee nur dosiert genießen. Zu empfehlen ist auch das Ausweichen auf koffeinhaltige Tees. Hier gilt jedoch auch die Devise: Nicht die Menge, sondern die Dosierung machts! Milchfördernd und völlig unbedenklich sind darüber hinaus Getreidekaffees aus Malz, Zicchorie und Getreidebestandteilen.

Alkohol

Nicht nur in der Schwangerschaft, auch in der Stillzeit ist davon abzuraten, Alkohol zu sich zu nehmen. Ihrem Kind wird der gleiche Alkoholspiegel, den Sie in Ihrem Blut aufweisen, mit der Muttermilch zugeführt. Probieren Sie es einfach mal mit einem leckeren Fruchtsaft-Cocktail bei besonderen Anlässen. Sie werden sehen, wie gut diese schmecken können. Und auch die Zubereitung wird Ihnen sicher Spaß machen.

Nikotin

Hier gehen die Meinungen oft auseinander. Doch Wissenschaftler unterstreichen, dass das Rauchen schadet. Und zwar nicht nur dem erwachsenen Menschen, sondern auch den Kindern. Schwangere sollten deshalb darauf achten, dass Sie keinem Nikotinrauch oder möglichst nur so lang wie es nicht vermeidbar ist, diesem ausgesetzt zu sein.

Nikotin ist ein Nervengift. Schon in der Schwangerschaft führt das Nikotin bei jedem Zug an einer Zigarette zu einer verringerten Durchblutung der Plazenta (Gebärmutter). Außerdem gibt die mütterliche Plazenta die aufgenommenen Stoffe des Zigarettenrauchs an den Fötus weiter.  Dies hat zur Folge, dass der Fötus mit Sauerstoff und Nährstoffen unterversorgt wird. Nicht selten weisen Babys, die an einer solchen Unterversorgung im Mutterleib litten, ein zu niedriges Geburtsgewicht auf. Welches sie in den kommenden Wochen ihres Lebens versuchen müssen auf ein Normalgewicht aufzustocken. Heute schließt man außerdem einen Zusammenhang mit dem plötzlichen Kindstod (SIDS) und dem Rauchen der Mutter in der Schwangerschaft nicht mehr aus. Spätfolgen wie das Aufweisen von Lernschwächen in den Schuljahren, Hyperaktivität, eine Neigung zu Übergewichtigkeit und somit einem höheren Risiko an Diabetes (Zuckerkrankheit) zu erkranken gelten als nicht mehr auszuschließen.

Dennoch ist es nie zu spät mit dem Rauchen aufzuhören! Falls es Ihnen leider nicht so leicht fällt aufzuhören, sollten Sie wenigstens nicht in Anwesenheit Ihres Kindes rauchen.

Sauer macht auch in der Stillzeit lustig?

Das stimmt leider nicht, denn sauer schmeckende Lebensmittel, wie zum Beispiel eingelegtes Gemüse jeglicher Art (z. B. saure Gurken), Zitrusfrüchte oder andere saure "Früchtchen" können die Milchproduktion hemmen. Selbst Mineralwasser mit zu viel Kohlensäure sollte man deshalb vom Speiseplan verbannen.

In unserem Storchenfeder-Bereich Stillen finden Sie alles Wissenswerte vom Flüssigkeitsbedarf des Babys bis hin zur Stillposition. Das Storchenfeder-Team wünscht viel Spaß beim Lesen!

 

1 Diese Angaben sind Empfehlungen. Sie ersetzen nicht die Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker. Die empfohlenen Tagesmengen können je nach körperlicher Konstitution, Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht variieren.

Kommentare

Meine Erfahrungen zeigten mir, dass man bei vielen Gynäkologen heutzutage gar nicht mehr so richtig aufgeklärt wird, warum man dies oder jenes nicht zu sich nehmen sollte. Oft wird ein Verbot ausgesprochen, ohne dass die Mutter weiß warum. Deshalb finde ich solche Webseiten, wie Euch so klasse. Ihr erklärt, was dahinter steckt. :)
Solvay am 07.06.2010 19:57
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